Aktuelle Veranstaltungen
Im August lautet das Monatsmotto „Männliche Identifikationen“.
04.08.2026 Mit Männlichkeit meine ich nicht Macht.
Eigentlich ist es eine Unmöglichkeit, das Leben von Elija Tourkazi zu erzählen, weil viele Grundannahmen, die wir beim biografischen Erzählen normalerweise machen, hier nicht passen: Identität von biologischem Geschlecht und Geschlechtsidentität; die Annahme, dass Biografien von weißen Mittelstandskindern ähnlich verlaufen wie die von People of Colour; und dass nach einem ersten Coming-out als Lesbe eine Weiterentwicklung zu einem Trans-Mann ziemlich unwahrscheinlich erscheint. Elija wird 1964 in dörflicher Umgebung als uneheliches Kind eines puertoricanischen US-Soldaten mit indigenen und einer weißen deutschen Mutter mit baltischen Wurzeln geboren. Wegen dieser damals als skandalös angesehenen Beziehung wird ihr die Ausbildung zur Krankenschwester gekündigt. Die deutschen Behörden nehmen ihr daraufhin auch noch das kleine Mädchen weg, weil sie annehmen, die junge Mutter könne das Kind nicht angemessen versorgen, und geben es in ein Heim. Das Kind verweigert eine normale Kommunikation, gilt als schwierig und renitent. Mit 12 Jahren trägt Elija zum letzten Mal Mädchenkleider. Sie kommt erneut in ein Heim. Ende der 1970er Jahre lernt Elija in einer therapeutischen Wohngemeinschaft durch Pädagogen der früheren „Heimkampagne“ der APO linksradikale Politk kennen, verweigert sich aber der damals von vielen RAF-Sympatisanthen propagierten Gewaltbereitschaft. In den 1980er Jahren macht Elija dann eigene politische Erfahrungen sowohl bei den Besetzern des Hüttendorfes gegen die Startbahn West als auch bei den ersten bundesweiten Berliner Lesbenwochen. Rassismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit erfährt Elija schon früh, als Kind und Jugendliche und gründet 1986 mit anderen Schwarzen Lesben/Frauen ADEFRA Schwarze Frauen in Deutschland. Diese Themen bestimmen Elijas Leben bis heute. Im Gespräch mit Michael Holy wird Elija Einblicke in sein nicht immer gradliniges Leben geben.
16.08.2026 verschoben vom 21.07.2026 Wilhelm und ich. Eine Kater-Saga.
Es war Liebe auf den ersten Blick, als Peter vor mehr als 15 Jahren im Tierheim nach einer älteren Katze suchte, die bei ihm das Gnadenbrot erhalten sollte. Obwohl sie Peters Präferenzen kannte, traute sich die Leiterin des Tierheims, ihm einen erst neun Monate alten schwarz-braun getigerten Kater anzubieten. In dem Moment passierte zwischen Peter und „Wilhelm“, wie der Kater dann heißen sollte, etwas schwer Erklärliches: beide „erkannten“ sich, was sich später darin ausdrückte, dass Wilhelm spontan in Peters Bett landete und ihm sein Bauchfell zum Kraulen anbot. Das war für ein Tier, dass nach Auskunft des Tierheims schwere Zeiten hinter sich gehabt hatte, bemerkenswert. Zugleich machte Wilhelm klar, dass er bestimme, wie lange er gekrault werden will. Alle Zärtlichkeit darüber hinaus, wurde mit schmerzhaften Krallenhieben beantwortet. Dieses gleichberechtigte Verhältnis sollte 15 Jahre halten, bis Peter schweren Herzens seinen Kater Wilhelm wegen eines Krebsleidens einschläfern lassen musste. Über diese „Männerbeziehung“ wird Michael Holy sich mit Peter, dem langjährigen Gastgeber des Cafe Karussell unterhalten.
Alle Veranstaltungen finden nach jetziger Planung „live“ im Switchboard statt.
Alte Gasse 36, 60313 Frankfurt am Main, von 14:30 bis ca. 17 Uhr. Die eigentliche Veranstaltung beginnt gegen 15 Uhr.
Wegen des zu erwartenden großen Interesses bitten wir um Anmeldung zu dieser Veranstaltung unter cafekarussel@gmx.de.
Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass die Sitzplätze für das Stammpublikum des Cafe Karussell reserviert sind.
Alle Veranstaltungen dauern ungefähr 1 1/2 Stunden.
Das Switchboard in der Alten Gasse 36 öffnet wie immer um 14:30 Uhr,
die eigentliche Veranstaltung beginnt gegen 15:15 Uhr.
Außerdem:
Jeden Dienstag in der Zeit von 14:00 bis 16:00 Uhr bietet ein qualifizierter Berater der AG36 – Schwules Zentrum – telefonische (069) 295959 und persönliche Beratung für homosexuelle Männer 60 plus in der Alten Gasse 36 an.
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