Aktuelle Veranstaltungen
Im Februar lautet das Monatsmotto „Harry Potter goes trans*“, ein Seitenhieb gegen die sich feministisch verstehende Autorin der berühmten Bücher und Filme über den Zauberlehrling Harry Potter, Joanne K. Rowling. Diese hat in den letzten Jahren wiederholt transfeindliche Äußerungen veröffentlicht, in denen sie es ablehnte, Trans-Frauen als Frauen zu akzeptieren, denn es gehe von diesen ehemaligen Männern Gefahr für Frauen in deren Schutzräumen aus.
Wir wollen uns dem Thema Trans* im Februar mit Offenheit für die vielfältigen Ausprägungen und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nähern.
03.02.2026 Genderation. Ein Film von Monika Treut
Nach über 20 Jahren kehrte die feministische Autorin, Regisseurin und Filmproduzentin, Monika Treut, an die Schausplätze ihres ersten Films „Gendernauten - eine Reise durch das Land der Neuen Geschlechter“ in den USA zurück. Dieser erste Dokumentarfilm über die Trans*-Szene in San Francisco kommt in Form von Rückblenden auch in ihrem Film „Genderation“ von 2021 vor. Monika Treut schreibt auf der Webseite ihrer Produktionsfirma Hyena: „Die Mitbegründerin der transgender studies, Sandy Stone, die Transgender-Aktivistin Susan Stryker, der Trans-Mann Stafford und der Autor und Schauspieler Max Wolf Valerio waren einst die jungen Pionier*innen der Transbewegung und lebten fast alle in der damaligen Außenseitermetropole San Francisco. Heute sind sie zwischen 58 und 84 Jahre alt, und kaum eine*r kann es sich noch leisten, in der Stadt zu wohnen.“ Der Film ist in gewisser Weise politischer als der erste, denn er beschreibt nicht einfach spannende Biografien alt gewordener Trans*Menschen, sondern deren kreativen Widerstand gegen die bedrohlichen Lebensbedingungen in den USA während der ersten Amtszeit von Donald Trump. Wir danken der Edition Salzgeber für die Vorführrechte.
17.02.2026 Therapeutische Unterstützung des Transitionswunsches?
Der Deutsche Ethikrat hat 2020 erklärt: „Die geschlechtliche Identität gehört zum unantastbaren höchstpersönlichen Kernbereich individueller Lebensgestaltung. Über sie kann nicht stellvertretend durch Dritte entschieden werden, sondern die betroffene Person ist allein entscheidungsbefugt.“ Das klingt nach einer sehr autonomen Entscheidungsmöglichkeit der betreffenden Menschen. Dennoch bieten mehr und mehr Psychotherapeut*innen begleitende Unterstützung auf dem Weg in die neue Geschlechtsidentität an, auch weil diese „die Voraussetzung für die Kostenübernahme medizinischer Behandlungsmaßnahmen ist“ (Miriam Fröhlich/Marcus Rautenberg: Transgender und non-binäre Menschen psychotherapeutisch begleiten). Was berichten die Patient*innen ihren Gesprächspartner*innen über ihre Motivation, ihre bisherigen autonomen Versuche, mit dem Wunsch, das Geschlecht zu wechseln oder unbestimmt zu halten, umzugehen? Wie sehen sie ihren eigenen Körper und welche Rolle spielen die Reaktionen ihrer sozialen Umwelt? Zu dem Transition-Prozess gehört ja auch das „oming-out“ gegenüber ihrer Familie, Freunden und Arbeitskollegen. Viele Trans*-Menschen wählen einen neuen Rufnamen, der besser zu ihrer neuen Geschlechtsidentität passt. Der alte Name („Deadname“) soll dann nicht mehr gebraucht werden, weil sie es als verletzend empfinden, an ihr früheres Geschlecht erinnert zu werden. Juristisch gesehen ist eine Geschlechtsänderung in Deutschland dank des Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) inzwischen sehr einfach. Der jahrelange Weg zur Änderung des Geschlechts ist dagegen ein konfliktreiche Reise und hat mit den Trans-Clownereien des Rechtsextremisten Sven Liebich nicht das geringste zu tun. Der Frankfurter Psychiater und Psychotherapeut, Ulrich Gooß, wird uns im Gespräch mit Michael Holy aus seiner langjährigen Erfahrung in der Begleitung von Trans*-Menschen und Non-Binären berichten.
Alle Veranstaltungen finden nach jetziger Planung „live“ im Switchboard statt.
Alte Gasse 36, 60313 Frankfurt am Main, von 14:30 bis ca. 17 Uhr. Die eigentliche Veranstaltung beginnt gegen 15 Uhr.
Bei akuten Infektionen bitte zu hause auskurieren!
Damit wir wegen der begrenzten Sitze im Switchboard (maximal 25 Sitzplätze) niemanden wegschicken müssen, bitten wir um Anmeldung unter cafekarussel@gmx.de.
Alle Veranstaltungen dauern ungefähr 1 1/2 Stunden.
Das Switchboard in der Alten Gasse 36 öffnet wie immer um 14:30 Uhr,
die eigentliche Veranstaltung beginnt gegen 15:15 Uhr.
Außerdem:
Jeden Dienstag in der Zeit von 14:00 bis 16:00 Uhr bietet ein qualifizierter Berater der AG36 – Schwules Zentrum – telefonische (069) 295959 und persönliche Beratung für homosexuelle Männer 60 plus in der Alten Gasse 36 an.
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