Aktuelle Veranstaltungen

 

Im März lautet das Monatsmotto „Zwei sehr unterschiedliche schwule Widerstandskämpfer“

Es geht darum, an zwei politisch engagierte schwule Männer aus der Weimarer bzw. der NS-Zeit zu erinnern.

 

03.03.2026 Kurt Hiller (1885–1972): Neophathetischer Expressionist und Kämpfer gegen §175

Kurt Hiler prägte 1922 mit seiner Kampfschrift „Paragrafen 175 - Schmach des Jahrhunderts“ die Anstrengungen des Wissenschaftlich Humanitären Komitees (WHK) für die Abschaffung des §175. Seit 1908 war er dem Gründer des WHK, Magnus Hirschfeld, freundschaftlich verbunden. Hiller galt als Pionier des literarischen Expressionismus, 1911 gründete er zusammen mit Ernst Bass das neopathetische Cabaret GNU. Ab 1915 veröffentlichte er schneidende politische Analysen in der „Weltbühne“. 1917 heiratete er seine Freundin Ella, mit der er sich auf den Verzicht ehelichen Geschlechtsverkehrs geeinigt haben soll. Politisch gesehen war er linker Pazifist mit Neigungen zu elitären Demokratiekonzepten. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde Hiller, der als Pazifist, Sozialist, Jude und Homosexueller den Nazis bekannt und verhasst war, als einer der ersten Homosexuellen inhaftiert und 1935 ausgebürgert. Aus der Emigrattion kehrte er 1949 nach Deutschland zurück und engagierte sich erneut schwulenpolitisch. Zu seiner Homosexualität bekannte Hiller sich jedoch erst im zweiten Band seine Autobiogfrafie „Leben gegen die Zeit“. Michael Holy wird versuchen, das Leben dieser schillernde Persönlichkeit zu skizzieren.

 

17.03.2026 John Olday (1905–1977): schwuler Karikaturist und Anarchist

Der Berliner Historiker, Klaus Sator, hat auf der Grundlage zweier autobiografischer Texte eine Biografie des schwulen Künstler John Olday im Männerschwarm-Verlag veröffentlich. In der Verlagsankündigung heißt es: „Olday war ein typischer Repräsentant des frühen 20. Jahrhunderts: Begabt mit vielen Talenten, den Kopf voller Ideen und auf der ganzen Welt zuhause. Als uneheliches Kind von der Mutter verlassen und bei der Großmutter in Hamburg aufgewachsen, begeistert er sich für die anarchistischen Denker aus Russland und Frankreich und widmet sein ganzes Leben den Idealen eines antikapitalistischen, staatsfreien Gemeinwesens. Auch seine Kunst als Maler und Musiker soll diesem Gemeinwesen dienen. Während des Nationalsozialismus flieht er nach England; von dort lädt ihn ein Freund nach Australien ein, wo er die große Liebe seines Lebens kennenlernt. Nach dem Krieg avanciert er zum ersten liebevollen Karikaturisten schwulen Lebens, dessen Arbeiten international veröffentlicht werden.“ Klaus Sator wird im Café Karussell aus seinem Buch lesen und lädt zur Diskussion über dieses interessante schwule Leben ein.

 

 

Alle Veranstaltungen finden nach jetziger Planung „live“ im Switchboard statt.

Alte Gasse 36, 60313 Frankfurt am Main, von 14:30 bis ca. 17 Uhr. Die eigentliche Veranstaltung beginnt gegen 15 Uhr.

 

Bei akuten Infektionen bitte zu hause auskurieren!

 

Damit wir wegen der begrenzten Sitze im Switchboard (maximal 25 Sitzplätze) niemanden wegschicken müssen, bitten wir um Anmeldung unter cafekarussel@gmx.de.

 

Alle Veranstaltungen dauern ungefähr 1 1/2 Stunden.

Das Switchboard in der Alten Gasse 36 öffnet wie immer um 14:30 Uhr,

die eigentliche Veranstaltung beginnt gegen 15:15 Uhr.

 

Außerdem:

Jeden Dienstag in der Zeit von 14:00 bis 16:00 Uhr bietet ein qualifizierter Berater der AG36 – Schwules Zentrum – telefonische (069) 295959 und persönliche Beratung für homosexuelle Männer 60 plus in der Alten Gasse 36 an.

 

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