Aktuelle Veranstaltungen

 

Im Mai lautet das Monatsmotto „Anpassung oder Freiheit?“

Angesichts der Wahlerfolge der Rechten in den letzten Monaten soll es im Mai mal wieder um ein politisches Thema gehen.

Dazu werde ich Thesen aus zwei Büchern vorstellen, die die politischen Entwicklungen in den sogenannten „Neuen Bundesländern“ und der Bundesrepublik nach dem Mauerfall 1989 zu verstehen versuchen.

 

05.05.2026 Freiheitsschock. Eine andere Geschichte Ostdeutschlands von 1989 bis heute.

Der Historiker und Publizist Ilko-Sascha Kowalczuk ist einer der renommiertesten Experten für die Geschichte der DDR, in der er selber aufgewachsen ist. Seine 2024 veröffentliche, bisweilen bissige aber immer sehr genaue Analyse der politischen und kulturellen Mentalitäten in Ostdeutschland hat bisher mehr als 7 Auflagen erlebt und wurde Spiegel-Bestseller. Die Kernbegriffe, um die seine Analyse kreist, sind „Anpassung“ und „Freiheit“. Kowalczuk geht von der Frage aus, „wieso die liberale Demokratie gerade dort in Frage gestellt wird, wo die erste erfolgreiche Revolution auf deutschem Boden stattfeand?“ (Klappentext). Sein Ziel ist nicht ein erneutes Ost-Bashing, sondern im Gegenteil, „er will die Ostdeutschen aus ihrer Opferrolle herausholen“. Für Viele war „der Westen“„ damals ein Sehnsuchtsort. Der Vereinigungsprozess hat aber, so wie er von der Politik gestaltet wurde, tiefe Enttäuschungen und Frustrationen mit sich gebracht, die viele Ostdeutsche bis heute daran hindert, die in unserer Verfassung verankerte repräsentative Demokratie mit Leben zu füllen. Nicht wenige träumen wieder von einem starken Staat, der die Probleme der Globalisierung für sie löst. Wir wollen nach einer kurzen Vorstellung von Kowalczuk's Thesen gemeinsam über unsere Sicht auf Ostdeutschland diskutieren.

 

19.05.2026 Gekränkte Freiheit.

Wie kommt es, dass spätestens seit der Corona-Pandemie rechte Libertäre sich zum Verteidiger der Freiheit aufschwingen? Die Autor*innen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey haben sich 2022 damit auseinandergesetzt, in welcher Weise der Bürger auf die Freiheitsversprechen der Postmoderne reagierten: „Mündig soll er sein, der Einzelne, dazu noch authentisch und hochgradig eigenverantwortlich. Gleichzeitig erlebt er sich als zunehmend macht- und einflusslos gegenüber einer komplexer werdenden Welt. Das wird als Kränkung erfahren und äußert sich in Ressentiment und Demokratiefeindlichkeit.“ (Klappentext). Die Erfolge der Rechten nun auch in Westdeutschland könnten mit dieser Entwicklung zu tun haben. Der Vorwurf eines „neuen Faschismus“ greift gegenüber diesen Phänomenen zu kurz. Es hat sich ein Protesttypus entwickelt, dem die individuelle Freiheit die höchste Autorität ist. Er glaubt nicht an einen starken „Führer“, sondern kritisiert „das System“, ohne über gegenseitige soziale Abhängikeiten nachzudenken. Er lehnt das Prinzip der „wokeness“, was nichts anderes heißt, als gegenüber Empfindlichkeiten von Mitbürger*innen achtsam zu sein, radikal ab. Trotzdem sprechen diese „Querdenker“ durchaus real existierende Probleme an. „Aber ihre Kritik zielt nicht auf demokratische Korrekturen, sondern auf die Subversion von Demokratie und Wahrheit“. Auch diesmal soll nach kurzer Präsentation ausgewählter Thesen der Autor*innen die gemeinsame Diskussion im Vordergrund stehen.

 

 

Alle Veranstaltungen finden nach jetziger Planung „live“ im Switchboard statt.

Alte Gasse 36, 60313 Frankfurt am Main, von 14:30 bis ca. 17 Uhr. Die eigentliche Veranstaltung beginnt gegen 15 Uhr.

 

Bei akuten Infektionen bitte zu hause auskurieren!

 

Damit wir wegen der begrenzten Sitze im Switchboard (maximal 25 Sitzplätze) niemanden wegschicken müssen, bitten wir um Anmeldung unter cafekarussel@gmx.de.

 

Alle Veranstaltungen dauern ungefähr 1 1/2 Stunden.

Das Switchboard in der Alten Gasse 36 öffnet wie immer um 14:30 Uhr,

die eigentliche Veranstaltung beginnt gegen 15:15 Uhr.

 

Außerdem:

Jeden Dienstag in der Zeit von 14:00 bis 16:00 Uhr bietet ein qualifizierter Berater der AG36 – Schwules Zentrum – telefonische (069) 295959 und persönliche Beratung für homosexuelle Männer 60 plus in der Alten Gasse 36 an.

 

Datenschutz

Impressum